Die Klasse 6c am WSG hatte Besuch von der Autorin Atifa Afghan, die den Schülerinnen und Schülern aus ihrem Buch „Ich bin auch nur ein Mensch. Rabias Weg“ vorlas und im Anschluss der Klasse ihre Fragen beantwortete.

Die Autorin verarbeitete in ihrem ersten Roman ihre eigene Geschichte und die anderer Frauen aus Afghanistan, beginnend mit dem Ausschluss von Bildung über die Zwangsverheiratung und schließlich der Flucht nach Europa. Dabei war das Schreiben nach Aussagen von Frau Afghan auch Therapie, ein „Vonderseeleschreiben“. „Ich werde das Buch bestimmt nicht mehr lesen“, war daher auch die Antwort der Autorin auf die Frage eines Schülers.

Die sehr persönlich geschilderten eigenen Fluchtgeschichte als Vierzehnjährige zu Fuß in die Türkei, mit dem Schlepperboot nach Griechenland und von dort zu Fuß über die Balkanroute nach Deutschland machte den Schülerinnen und Schüler deutlich, warum ein warmes Essen und ein warmes Bett ein unbeschreibliches Gefühl sein kann.

Bewusst wählte die Autorin eine Textstelle aus, die Ihre Ankunft in Deutschland beschreibt. Das neue Leben in Deutschland bietet Atifa Afghan vor allen die Chance auf Bildung und ein freies selbstbestimmtes Leben. „Hier darf ich als Frau meine Meinung sagen“, betonte Frau Afghan immer wieder und hob hervor, wie toll es ist, die Möglichkeit zu haben, eine Schule besuchen zu dürfen. Die Autorin verschwieg aber auch nicht ihre negativen Erfahrungen mit dem Kopftuch, das sie anfänglich noch trug oder den Problemen bei der Wohnungssuche, wenn die Vermieter ihren Nachnamen hören.

Und trotzdem zeigt sich Atifa Afghan zum Ende positiv gestimmt, denn „wenn man etwas will, kann man das erreichen“.