Bereits zweimal wurde in den Badischen Neuesten Nachrichten über Aufführungen von Giuseppe Verdis Oper berichtet, nach der umjubelten Premiere am 26. Juni sowie der Corona-bedingt gefährdeten B-Premiere am 30. Juni. Um Letztere angemessen realisieren zu können, bedurften Opern- und Extrachor des Badischen Staatstheaters zahlreicher Aushilfen anderer Bühnen, was in den wenigen Tagen seit der Premiere sicher eine organisatorische Herausforderung darstellte. Dass diese überraschend gut gemeistert wurde, davon konnten sich Schülerinnen und Schüler aus zehnten Klassen des Walahfrid-Strabo-Gymnasiums überzeugen, die sich unter das begeisterte Publikum der zweiten Aufführung mischten. Unterstützt von bemerkenswert zahlreichen Schülergruppen anderer Schulen zollten sie am Ende des Opernabends beim großen Applaus dem gesamten Ensemble eindrucksvoll Anerkennung und Dank. Man konnte an den Reaktionen der Solisten erkennen, wie gut ihnen der euphorische Jubel des jungen Publikums tat, sie hatten dergleichen pandemiebedingt lange entbehren müssen. 

Die Oper erzählt von Krieg, zeigt Sieger und Besiegte. Verdi lässt den Appell an die Menschlichkeit als Utopie einer Versöhnung dennoch scheitern an der Dynamik von Macht und Gewalt. Die Konflikte der Protagonisten zwischen Nation und Liebe verleihen dem Sujet epische Größe. Am Ende scheitern sie alle an der Allgewalt nationaler Interessen, der Krieg geht über sie hinweg und auch ohne sie weiter. An Aktualität mangelt es der Oper in Zeiten des Ukrainekrieges nicht. Eindrucksvoll, wie dies unausgesprochen und von Ausstattung und Inszenierung bewusst nicht aufgegriffen die Gedanken des Publikums bestimmt haben mag. Anders lässt sich die konzentrierte Stille in vielen Szenen kaum erklären. Spontanen Szenenapplaus gab es genauso oft, um sangliche wie darstellerische Leistung direkt zu würdigen. Insgesamt ein Abend, der Eindrücke hinterließ und im Gedächtnis bleiben wird.           

 

AIDA