Am Donnerstag, den 17. März, betraten 19 Kurschülerinnen und Kursschüler der Kursstufe 1 und 2 die Welt der Operette beim Besuch der Gräfin Mariza von Emerich Kálmán. Ganz unvorbereitet musste der Schritt nicht gewagt werden, hatte man sich mit Genre und Werk doch im Unterricht bereits vertraut gemacht. Wer sich auskennt, hat konkrete und oftmals hohe Ansprüche an das Erlebnis im Theater. Die Rückmeldungen der Eindrücke bestätigte, dass sich der Besuch gelohnt hat. Die kurzweilige, stimmungsvolle und durchaus opulent ausgestattete Inszenierung wollte nicht nur unterhalten. Wer sich auskennt, konnte den Akzentuierungen der Gestaltung verhaltene Anklänge wie deutliche Positionierungen zu Themen wie Weltuntergangsstimmung, Feudalgesellschaftsnostalgie, Emanzipation und dem Sehnsuchtsbild des "Zigeuner"-Topos vernehmen. In der Musik dreht sich alles um eingängige Melodien, die durch das dreiaktige Werk führen. Kálmán bedient sich der seit der Zauberflöte bewährten Idee, alles um zwei Duette zu gruppieren. Das „ernste“ Paar Mariza/Tassilo tritt im ersten Akt in Szene, das „Buffo“-Paar Lisa/Zsupan im zweiten. Gelang es dem Komponisten, auch nach seinem Welter-folg der Csárdásfürstin wieder die Stimmung der Zeit einzufangen, vermochte dies der Theaterabend in Karlsruhe spürbar zu machen. Auch wenn Mariza und ihre Gesell-schaft von der Regie auch in die turbulenten Goldenen Zwanziger verfrachtet wurden.