WSG Streifen 100hoch 01

Auf geht’s nach Trévoux. Fröhlich treffen sich die 9. Klässler des WSG in der Bahnhofsvorhalle von Karlsruhe.

Von moderaten Koffern bis hin zu riesigen Koffern, jedes Modell ist vertreten. Wartend stehen wir auf dem Bahnsteig, mit einer halben Stunde Verspätung rollt der TGV ein. Das geht ja gut los. Die letzten Schüler werden von ihrem Koffer in den Zug gezogen, die Türen schließen sich und auf geht’s ins Abenteuer! Kurz vor dem Ausstieg wünschen sich manche ganz weit weg – die Aufregung ist groß. Vom Bahnsteig schauen wir herab auf die fröhlich winkende Gruppe der Franzosen. Lachend fallen sich alle in die Arme.

Der erste Tag des Austauschs fällt auf einen Mittwoch, einer der Lieblingstage der französischen Schüler, denn nachmittags ist ausnahmsweise schulfrei. Nach vollbrachtem Schultag stürzen alle hinaus ins schöne Wetter. Tacos essen, im Pool des Austauschpartners planschen, angeln, shoppen in Villefranche oder doch zum Sport, alles ist geboten.

Auch am nächsten Tag wartet ein Highlight:

Lyon, die Stadt der zwei Flüsse. Zwei Flüsse, vier Ufer zum Flanieren, Rumsitzen, Träumen. Wir fangen ganz oben auf einem Hügel von Lyon an, an der markanten Kirche Fourvière. Von dort geht es in die Stadt hinab, vorbei am antiken Teil der Stadt, durch die mittelalterlichen Gassen, zu den für Lyon typischen Traboules (Hauspassagen, die zwei parallele Straßen verbinden). Die Gruppe lauscht aufmerksam, aber die Nähe zu den Geschäften und der Mittagspause macht sich bemerkbar und endlich dürfen die Schüler losstürmen zu Crêperien und Mitbringselshops.

Die Zeit fliegt nur so, Rallye in Trévoux, Schokolade trinken in Villefranche, das Abenteuer Kantine „Also häh, ich darf wie viele Sachen nehmen, Salat, Hauptspeise, Käse, Joghurt, Nachtisch? Joghurt ist also kein Nachtisch?“ Am besten macht man alles genauso wie der Austauschpartner. Nachmittags folgt eine Gedenkminute für den verstorbenen Expräsidenten Jacques Chirac und dann ist auch schon das Wochenende da.

Manche besuchen das Wochenendhaus der Familie, viele erkunden unternehmungslustig die Umgebung, mal mit den Gasteltern, mal in Cliquen.

Zweites Mal Kantine: „Also Joghurt ist kein Nachtisch?“ Oh je, alles wieder vergessen! „Wohin muss das Glas?“

Ein letzter Ausflug wartet vor der Heimfahrt, der uns in den Sportpark Miribel führt. Unter blauem Himmel sausen wir mit einer Seilbahn über den See des Parks. Das Gefälle haben wir vorher erklettert. Zack, der Golfball fliegt, ups doch nicht. Bogenschießen, Hockey. Wir sind beschäftigt. Und als ob das Wetter wüsste, dass wir gehen, prasselt auf der letzten Fahrt nach Hause der Regen auf den Bus. Acht Tage Sprachbad, Erfahrungen und Spaß machen müde und am tollsten ist, dass man am nächsten Tag gar nicht aus dem Bett muss, den ganzen Tag gammeln, chillen…: Feiertag! …Letzte Worte: „Du, morgen besuchen wir die Oma.“- „Was!?“  

Schön war´s!

Vivien Fischer