Gespenst Beitragsbild 01Leise Stimmen werden durch einen lauten Ausruf unterbrochen. „Ruhe bitte!“, hallt es durch die neu renovierte Aula des Schulzentrums Rheinstetten und die Lichter erlöschen. Man erkennt Kindergesichter, welche hinter dem Vorhang hervorlinsen. Aufgeführt wird gleich das Unterstufen-Musical der sechsten Klassen, dieses Jahr „Das Gespenst von Canterville“ von Johann Matthias Michel nach der bekannten Geschichte von Oscar Wilde.

In dem Stück geht es um eine amerikanische Familie, die einer verarmten britischen Adelsfamilie das Schloss abgekauft hat, welches von Spuklegenden umgeben ist. Trotz aller Gerüchte um ein Gespenst, welches hier schon seit 300 Jahren hausen soll, zieht die Familie in das Schloss ein, bemerkt aber früh, dass seltsame Erscheinungen auftreten, wie zum Beispiel ein mysteriöser Blutfleck am Kamin. Allerdings reagiert die amerikanische Familie auf diesen Spuk weit weniger ängstlich, als dem Gespenst von Canterville lieb ist …

Durch das Musical, das an zwei Abenden in zwei unterschied-lichen Besetzungen zu sehen war, wurden die Schülerinnen und Schüler geleitet und unterstützt von tatkräftigen Lehrern, wie dem Leiter der Unterstufen-Theater-AG der Schule, Herr Brinck, den Musiklehrerinnen Frau Deller, die für Organisation und musikalische Leitung dieses Projekts verantwortlich war, und Frau Ihle-Scheffler und Frau Daecke, die musikalischen Proben übernahmen und die Aufführungen am Klavier gemeinsam mit Herrn Kölmel am Saxophon begleiteten. In dem Stück gibt es zwei Rollen mit besonders langen und schwierigen Texten, aber auch mehrere kleine Rollen, die alle von den Sechstklässlern gespielt werden. Jede dieser Rollen ist zweifach besetzt, was bedeutet, dass an den beiden Aufführungen jeweils andere Schüler die Rollen verkörpern. Insgesamt sind es 25-30 Rollen. Die Schüler arbeiten, laut Aussage von Herr Brinck, seit den Herbstferien immer wieder an ihren Rollen, für die ein Casting stattgefunden hat. Zwei Wochen vor den Aufführungen wurde das Stück in einer Projektwoche inszeniert und einstudiert. An fünf Schultagen wurde geprobt, Schüler mit kleineren Rollen gestalteten die Kulissen oder bastelten Requisiten und Kostüme unter der Anleitung von Frau Ernau, einer Kunstlehrerin am WSG.

Frau Deller, die Projektleiterin, betont, dass die Schüler auch hinter der Bühne helfen und beispielswiese die Technik nach Einweisung eines Schülers aus der Kursstufe übernehmen. Wichtig an diesem Stufenprojekt ist also nicht nur, dass durch die Gesangs- und Theaterarbeit die Schülerinnen und Schüler selbstbewusster werden, sondern auch, dass sich durch die Zusammenarbeit auch über die Klassengrenzen hinweg neue Freundschaften und Gruppen bilden.

Das Musicalprojekt kam dementsprechend bei allen Sechstklässlern sehr gut an und manche ziehen sogar in Erwägung, eines Tages beruflich in die Theaterbranche einzusteigen, da ihnen die Theaterarbeit so sehr gefallen habe.